Forschung an Marderartigen

Marderartige leben im Verborgenen und sind häufig nachtaktiv. Lange Zeit war daher sehr wenig über ihre Lebensweise bekannt.

Verhaltensbeobachtung:

Verhaltensbeobachtungen an Gehegetieren sind möglich, wenn es gelingt, eine den Bedürfnissen der Tieren entsprechende Haltung umzusetzen. Natürlich muss man den Einfluss des speziellen Lebensraums "Gehege" bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigen. Verhaltensuntersuchungen an sechs heimischen Marderartigen wurden am Arbeitskreis Wildbiologie in Gießen realisiert ("Automarder-Projekt").

In freier Wildbahn sind Verhaltensbeobachtungen nur mit Einschränkungen oder in Ausnahmefällen möglich, da die Tiere zu versteckt leben, sie ihren Aufenthaltsort ständig wechseln und sie sich durch einen Beobachter gestört fühlen könnten.

Möglich sind direkte Beobachtungen zum Beispiel am Dachsbau, etwa von einem Hochsitz aus. Riesenotter-Beobachtungen gelangen von einem Boot aus.

Um die Tiere nicht zu stören oder zu vertreiben, kann man ihr Verhalten auch über Video-Aufzeichnungen, indirekt, beobachten. Besonders lohnenswert sind Aufnahmen in Bereichen, wo sich die Tiere lange aufhalten, zum Beispiel am Versteck, wo die Jungtiere aufgezogen werden.

Telemetrie:

Die Tiere werden mit kleinen Sendern ausgestattet und in der Folgezeit ihr Aufenthaltsort bestimmt. Daraus kann man Erkenntnisse gewinnen über Habitatnutzung, Aktionsräume und Aktivitätsrhythmen und man kann die Schlafplätze finden.

Spurensuche:

Im Winter verraten Spuren im Schnee, wo sich die Tiere aufgehalten haben.

Auch der Kot kann über die Anwesenheit einer Tierart Aufschluss geben. Genetische Analysen machen eine individuelle Zuordnung möglich. Außerdem kann der Kot dazu dienen, Die Zusammensetzung der Nahrung zu analyseren.

Untersuchung von Totfunden:

Die Untersuchung toter Individuen kann vielerlei Informationen liefern, unter anderem die Verteilung von Geschlechtern und Altersklassen in einem Bestand, die Kondition der Tiere, das Reproduktionsgeschehen oder das Vorkommen von Krankheiten und Parasiten. Der Magen- und Darminhalt gibt Aufschluss über die Ernährungsweise.