Europäischer Fischotter (Lutra lutra)

Als echter "Wassermarder" ist der Fischotter in vielerlei Hinsicht an das Leben im Wasser angepasst

Körperbau und Verbreitung

Fischotter

Die stromlinienförmige Körperform, Schwimmhäute zwischen den fünf Zehen, das kurze und dichte Fell machen den Otter zum perfekten Schwimmer und Taucher. Der Kopf ist abgeflacht. Obwohl er kaum herausragt, sind beim Schwimmen Nase, Ohren und Augen über der Wasseroberfläche. An Oberlippen und Wangen, über den Augen und an den Ellbogen der Vorderbeine befinden sich lange, kräftige Tasthaare.
Fischotter erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 60-80 cm (m) bzw. 55-70 cm (w) und ein Körpergewicht von 6-12 kg (m) bzw. 4-7 kg (w).

Das Verbreitungsgebiet des Fischotters erstreckt sich von Europa und Nordafrika bis in weite Teile Asiens.

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Zeit- und Raumnutzung

Fischotter

Nur gelegentlich und an ungestörten Gewässern sind Fischotter auch bei Tag aktiv, üblicherweise sind sie in der Dämmerung und Nacht unterwegs. Als Schlafplatz werden unterspülte Baumwurzeln, Erdbaue, Felshöhlen, ein Gebüsch oder ein Versteck im Schilf genutzt.

Als Lebensraum benötigt der Fischotter reich strukturierte Gewässer, Flüsse, Seen, Teiche oder Meeresküsten, mit ausreichend Deckung am Ufer. Die Größe eines Streifgebietes kann sich bis zu 80 km entlang eines Flusslaufes erstrecken. Im frostigen Winter bleiben dem Otter nur die Bereiche, wo noch offenes Wasser vorhanden ist.

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Nahrung

Fischotter

Fischotter fressen überwiegend Fische, vorzugsweise zwischen 10 und 20 cm lange, aber auch Frösche, Kröten, Schlangen, Krebse, Schnecken, Würmer, Insekten, Vögel, Eier und Säugetiere wie Bisam, Ratten oder Kaninchen, mitunter auch Aas.

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Fortpflanzung

Fischotter haben keine festen Paarungszeit, die meist ein bis drei Jungtiere können das ganze Jahr über zur Welt kommen. Pro Jahr wird nicht mehr als ein Wurf geboren.

Die Neugeborenen wiegen rund 100 g. Mit etwa fünf Wochen öffnen sie die Augen, mit sieben Wochen fressen sie feste Nahrung und im Alter von sieben bis neun Wochen verlassen sie erstmals das Nest.

Zwischen dem 9. und 14. Lebensmonat löst sich der Familienverband auf, mit anderthalb bis zwei Jahren werden die Jungtiere geschlechtsreif.

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Buchtipps

Chanin, P. (1985): The Natural History of Otters. Christopher Helm, London.

Reuther, C. (1993): Der Fischotter: Lebensweise und Schutzmaßnahmen. Naturbuch Verlag, Augsburg.

Reuther, C. (1993): Lutra lutra Linnaeus, 1758 - Fischotter. In: Stubbe, M. & Krapp, F.: Handbuch der Säugetiere Europas. Aula-Verlag, Wiesbaden: 907-961.