Frettchen (Mustela putorius f. furo)

Das Frettchen ist das einzige Haustier unter den Marderartigen. Seine wilde Stammform ist vermutlich der Europäische Iltis. Ursprünglicher Verwendungszweck des seit mindestens 2000 Jahren gezüchteten Frettchens ist die Jagd auf Kaninchen (Frettieren).

Körperbau und Verbreitung

Frettchen-Rüden erreichen ein Gewicht von 1300 bis 2000 g, die Fähen dagegen nur 500 bis 900 g. Die Fellfarbe ist sehr variabel: Es gibt gelblich-weiße Frettchen mit roten Augen (Albinofrettchen), braune mit einer weißen Gesichtsmaske (Iltisfrettchen) oder andere Farbschläge (Siam-, Harlekin-, Steppeniltis- oder Pandafrettchen).

Besonders häufig werden Frettchen in Westeuropa und Nordamerika gehalten. In freier Wildbahn kommen sie in Neuseeland vor, dort wurden sie zur Kaninchenbekämpfung ausgesetzt.

Die Farbvarianten des Frettchens

Iltis
Iltisfrettchen
Albino-Frettchen
Albino-Frettchen
Harlekin-Frettchen
Harlekin
Siam-Frettchen
Siam
Panda-Frettchen
Panda
Badger
Badger
Silber
Silber
Black-self
Black-self

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Zeit- und Raumnutzung

Panda- und Harlekin-Frettchen im Gehege

Frettchen werden in Innen- und Außen-Käfigen, in Gehegen oder freilaufend in der Wohnung gehalten. Bei einer Käfighaltung, die immer nur eine Notlösung darstellt, brauchen sie unbedingt ihren täglichen Auslauf. Im Freien sollte man Frettchen nur angeleint laufen lassen, da sie ansonsten leicht entlaufen. Ein Frettchen-Gehege sollte mindestens 4 bis 6 qm groß und mit Kletter-, Spiel- und Versteckmöglichkeiten strukturiert sein.
Frettchen sind sehr gesellig. Man sollte sie daher immer mindestens zu zweit halten. Ein Mensch kann den Artgenossen nie ersetzen. Frettchen spielen gern miteinander und vertreiben sich so die Zeit. Bei Einzeltieren kommt leicht Langeweile auf.

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Nahrung

Frettchen versteckt Futter
Frettchen versteckt Futter

Frettchen sind Fleischfresser. Geeignetes Futter sind Rindfleisch, Geflügel, Fisch oder Eintagsküken, Katzen- und Hundefutter und spezielles Frettchen-Fertigfutter. Ab und zu kann man das Futter mit etwas Obst oder Gemüse ergänzen. Hin und wieder kann auch ein Ei gegeben werden. Auf keinen Fall darf rohes Schweinefleisch gefüttert werden. Frettchen bevorzugen die Nahrung, die sie schon als Jungtiere bekommen haben (Nahrungsprägung).

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Fortpflanzung

Frettchen-Fähe mit Jungtieren
Fähe mit Jungtieren

Die Paarungszeit des Frettchens dauert normalerweise von Ende März bis Ende August. Die Hitze der Fähe ist an der deutlich geschwollenen Vulva erkennbar.

Die Tragzeit beträgt 42 Tage. Die Wurfgröße liegt meist bei vier bis zehn Jungtieren. Die Neugeborenen wiegen 8-10 g, sind spärlich behaart, blind und taub. Im Alter von circa 20 Tagen nehmen sie erste feste Nahrung auf, mit etwa 28 Tagen öffnen sie die Augen.

Vorsicht: Frettchen-Fähen geraten häufig in eine lebensbedrohliche Dauerranz. Sie sollten daher unbedingt kastriert werden.

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Buchtipps

Ludwig, B: (2009): Frettchen konkret. Kennenlernen – verstehen – artgerecht halten. Verlag Manfred Hennecke, Remshalden
Weitere Informationen

Choukair, K. (1997): Frettchen als Haustiere. Kach-Verlag, Hanau.

Henke, G. (2006): Das Frettchen als Haustier in der Kleintiersprechstunde. Graphische Werkstätten Zittau.

Henke, G. (2008): Frettchen. Gräfe und Unzer.

Herter, K.(1959): Iltisse und Frettchen. Westarp Wissenschaften, Nachdruck 2004.

McKay, J. (1995): Complete Guide to Ferrets. Swan Hill Press, Shrewsbury.

Wenzel, U.D. (1996): Frettchen in der Kleintierpraxis. Gustav Fischer Verlag, Jena.