Riesenotter (Pteronura brasiliensis)

Riesenotter sind die längsten Marderartigen. Beim Gewicht können sie dagegen vom Seeotter übertroffen werden.

Körperbau und Verbreitung

Riesenotter erreichen eine Länge von 100-140 cm und ein Gewicht von 25-32 kg. Weibchen sind genauso groß oder sogar größer wie die Männchen.

Einzelne Individuen kann man leicht unterscheiden anhand der hellen, gelblichen Kehlflecken, die bei jedem Tier anders aussehen.

Riesenotter zählen zu den stark bedrohten Arten. Früher wurde  ihnen wegen ihres kostbaren Felles nachgestellt. Heute sind sie gesetzlich geschützt und ihre Gefährdung geht vor allem von der Zerstörung des Regenwaldes aus. Weitere Ursachen sind Überfischung und Wilderei.

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Zeit- und Raumnutzung

Der Lebensraum des Riesenotters umfasst Flüsse, Seen und Sümpfe des südamerikanischen Regenwalds.

Riesenotter leben in Gruppen, die aus dem Elternpaar und dessen Nachwuchs von mindestens zwei Jahren bestehen. Das können über zehn Individuen sein. Jede Gruppe lebt in einem eigenen Streifgebiet, das sich über mindestens drei, in Ausnahmefällen auch mehr als 30 km entlang eines Flusses erstreckt.

Riesenotter sind tagaktiv. Die Nacht verbringt die Familie gemeinsam in einer Höhle am Ufer.

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Nahrung

Riesenotter ernähren sich vorwiegend von Fischen.

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Fortpflanzung

Die Tragzeit dauert 65-72 Tage, die Wurfgröße liegt bei ein bis vier Jungtieren.

Die Jungtiere der vorangegangenen Jahre helfen bei der Aufzucht ihrer jüngeren Gwschwister, indem sie zum Beispiel in der Wurfhöhle bleiben, während die Mutter nach Nahrung sucht. Erst im Alter von zwei bis drei Jahren wandern die Jungtiere ab und suchen sich ein eigenes Territorium.

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Buchtipp

Schenck, C.; Staib, E. (1998): Die Wölfe der Flüsse. Riesenotter und ihr Lebensraum Regenwald. Knesebeck, München.