Seeotter, Meerotter, Kalan (Enhydra lutris)

Seeotter sind auf vielerlei Weise durch Menschen gefährdet. Schätzungsweise eine Million Tiere wurden wegen ihres wertvollen Fells weltweit getötet, bis die Bestände bedrohlich geschrumpft waren und idie Art m Jahr 1924 international unter Schutz gestellt wurde. Doch auch danach noch waren viele Verluste durch Menschen verursacht. Seeotter werden gewildert, von Schiffsschrauben verletzt, ertrinken in Fischernetzen, starben bei Atombombentests und durch Ölverschmutzungen.

Körperbau und Verbreitung

Seeotter erreichen durchschnittlich eine Kopf-Rumpflänge von 120-145 cm und ein Körpergewicht von 30-35 kg (m) bzw- 20-25 kg (w). Die Färbung ist rötlich-braun bis schwarz, Kopf und Hals sind heller.

Seeotter sind die am stärksten  an das Leben im Wasser angepasste Otter-Art, sie können ihr ganzes Leben im Meer verbringen, auch beim Schlafen oder während der Jungenaufzucht.

Beine und Schwanz sind kurz. Die  Hinterfüße ähneln Flossen, bei den Vorderpfoten ist die Untergliederung der Finger kaum noch erkennbar, sie sind flächig verwachsen. Das Fell ist mit bis zu 125000 Haaren pro cm2 mehr als doppelt so dicht wie beim Fischotters, es speichert eine isoliernde Luftschicht. Große Lungen und ein hoher Hämoglobingehlt erlauben lange Tauchzeiten.

Der Seeotter lebt in küstennahen Bereichen, die sich von Japan über Kamtschatka, die Aleuten und Alaska bis nach Kalifornien erstrecken.

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Zeit- und Raumnutzung

Seeotter sind hauptsächlich tagaktiv.

Alle Lebensfunktionen können im Wasser stattfinden - Fressen, Schlafen, Paarung, Geburt und Aufzucht der Jungtiere. Als Schlafplätze werden beispielsweise vorgelagerte Felsen, Tanggeflechte - so genannten Kelpwälder - oder das Ufer genutzt. Im Norden schlafen Seeotter eher an Land, im Süden eher im Wasser, wahrscheinlich um eine zu starke Auskühlung im Wasser zu vermeiden.

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Nahrung

Seeotter fressen vor allem von Seeigeln, Muscheln und Krabben, aber auch Schnecken, Kraken, Würmer und Fische, insbesondere bodenlebende.

Zum Knacken robuster Muscheln legen Seeotter sich einen Stein auf die Brust und klopfen die Beute so lange darauf, bis die Schalen nachgeben.

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Fortpflanzung

Seeotter-Männchen verteidigen Fortpflanzungsreviere, in denen sie von paarungsbereiten Weibchen aufgesucht werden können.

Geburten können das ganze Jahr über erfolgen, aber sie häufen sich in bestimmten Jahreszeiten. In Alaska kommen im Mai und Juni, in Kalifornien zwischen Dezember und Februar besonders viele Jungtiere zur Welt.

Die Neugeborenen sind im Vergleich zu anderen Marderartigen schon sehr weit entwickelt. Sie wiegen rund zwei Kilogramm, ihre Augen sind offen. Das dichte, flauschige Fell sorgt dafür, dass das Jungtier wie ein Korken auf der Wasseroberfläche schwimmt.

Die ersten Lebenswochen verbringt ein Jungtier am Bauch seiner Mutter. Geht sie auf Nahrungssuche, lässt sie es an der Wasseroberfläche zurück.

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Buchtipp

VanBlaricom, Glenn (2001): Sea otters. Voyageur Pess, Stillwater.