Marder auf dem Dachboden

Scheune mit Strohlager

Steinmarderrüde im Stroh
Strohlager: idealer Unterschlupf

Früher fanden Steinmarder, besonders im ländlichen Raum, ideale Unterschlüpfe in den zahlreich vorhandenen Strohscheunen. Heutzutage sind Scheunen, in denen Stroh und Heu lagern, selten geworden. Daher richten sich Steinmarder nun häufig auf den Dachböden von Wohnhäusern ein. Das ist ganz natürlich und es besteht normalerweise kein Grund, etwas dagegen zu unternehmen. Meistens bleibt die Anwesenheit des Steinmarders ohnehin unbemerkt.

In manchen Fällen stört der Steinmarder jedoch die menschlichen Hausbewohner. Meistens ist es der Lärm, der als Belästigung empfunden wird, manchmal auch der eventuell von Kot, Urin oder Beuteresten ausgehende Geruch. Probleme können auch dann auftreten, wenn sich Steinmarder an der Dachisolierung zu schaffen machen.

Wie kommt der Marder ins Haus?

Ein Steinmarder beim Verlassen eines Dachboden-Versteckes
Ein Steinmarder beim Verlassen eines Dachboden-Versteckes, siehe auch Detail-Ansichten unten

Steinmarder kommen auf unterschiedlichen Weise auf den Dachboden. Bei rauhen oder begrünten Fassaden klettern sie einfach an der Wand hoch. Ein Baum oder ein flacher, an das Haus anschließender Gebäudeteil, eine Garage oder ein Carport, kann den Aufstieg erleichtern. Als Einschlupf-Möglichkeiten dienen Mauerlöcher, Belüftungsschlitze, defekte Dachfenster, anhebbare Dachziegel oder ähnliches. Ein Lochdurchmesser von 6-7 cm oder ein 5 cm breiter Spalt genügen.

Ein Steinmarder beim Verlassen eines Dachboden-Versteckes

Wenn der Marder aus dem Haus muss

Kotplatz auf einem Dachboden

Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Möglichkeiten: Das Aussperren oder das Vergrämen. Ein langfristiger Schutz ist jedoch nur das Aussperren, da ansonsten früher oder später wieder ein Marder einziehen kann. Der Wegfang des Tieres nützt nichts, da sein Revier gleich darauf neu besetzt wird. Der Nachfolger orientiert sich an den Duftspuren des Vorgängers und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselben Unterschlüpfe nutzen, auch den betroffenen Dachboden.
 

Aussperren

Will man seinen Marder aussperren, muss man die Einstiegsmöglichkeiten verschließen oder unzugänglich machen. Muss das Tier an der Wand hochklettern, um in den Dachboden zu gelangen, kann man den Aufstieg mit Verblendungen aus glattem Material verhindern. Kann der Marder vom Nachbarhaus oder von einem Baum aus aufs Dach springen, bleibt nur das Zusperren der Löcher.

Beim Aussperren gibt es zweierlei zu beachten. Man muss sicher sein, dass man den Zugang versperrt, wenn der Marder gerade nicht im Haus ist, also nachts, wenn er unterwegs ist. Sicherheitshalber sollte man vorher etwas Lärm machen und dem Tier Gelegenheit zum Rückzug lassen. Sperrt man den Marder ein statt aus, kann bei seinen Befreiungsversuchen allerlei zu Bruch gehen.

Man sollte sich Mühe geben, alle Einstiegsmöglichkeiten zu finden. Da Steinmarder Gewohnheitstiere sind, geben sie nur ungern einen altbekannten und bewährten Unterschlupf auf. Folglich versuchen sie mit erstaunlicher Beharrlichkeit, einen anderen Zugang zu schaffen, was ihnen häufig auch gelingt.

Im Frühjahr müssen Aussperrungen grundsätzlich unterbleiben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man eine Mutter von ihren Jungtieren trennt, die dann auf dem Dachboden verhungern müssen.

Vergrämung

Bei der Vergrämung eines Steinmarders ist Ideenreichtum gefordert. Man muss sich etwas einfallen lassen, wie man dem Tier seinen Aufenthalt so unangenehm wie möglich gestaltet. Man kann beispielsweise hin und wieder auf den Dachboden gehen und dort herumpoltern und lärmen oder zeitweise ein laufendes Radio aufstellen. Ist bekannt, wo der Marder in etwa steckt, kann man dort gezielt klopfen. Wenn man auf dem Dachboden umräumt, wird das dem Marder auch mißfallen. Wichtig ist, daß alle Maßnahmen so umgesetzt werden, dass der Marder sich nicht daran gewöhnen kann. Der Überraschungseffekt ist wichtig. Der Erfolg der Vergrämung hängt jedoch davon ab, ob man einen sensiblen oder einen eher robusten Steinmarder beherbergt.

Richtet der Steinmarder keine Schäden an, ist die einfachste Lösung, sich mit ihm zu arrangieren. Um das Miteinander reibungsloser zu gestalten, kann man einige Vorkehrungen treffen. Ohrstöpsel helfen, den meist nur vorübergehenden Lärm zu ertragen. Viele Betroffene gewöhnen sich auch daran. Herumliegenden Kot und Beutereste kann man hin und wieder entfernen. Eine wasserdichte Auflage an den Kotplätzen verhindert, dass der Urin in den Boden eindringt. Antennenkabel sollten vorsichtshalber an der Wand entlang verlegt oder mit festem Material ummantelt werden, dann kann der Steinmarder nicht hineinbeißen. Schäden an Isolationsmaterialien könnten vermieden werden, wenn sie von vornherein durch eine reißfeste Auflage oder Abdeckung geschützt wären.